Amerikas grünes Herz

Costa Rica

Aktiv entspannen in Costa Rica

Was auch immer Kolumbus im Sinn hatte, als er diesem Land seinen Namen gab – die „reiche Küste“ macht ihrem Namen alle Ehre. So viele verschiedene Tiere und Pflanzen wie hier gibt es fast nirgendwo sonst auf der Erde. Schroffe Gebirgszüge und qualmende Vulkane wachen über endlose Regenwaldflächen, umrandet von tropischen Bilderbuch-Stränden. Reißende Flüsse nähren ausgedehnte Wasserflächen. In diesem Naturwunder kann man nachhaltig, naturnah und doch komfortabel reisen. Dabei gibt es unzählige Möglichkeiten, aktiv zu werden – ob auf dem Wasser, im Wald oder in der Luft. Werft mit uns einen Blick in die grüne Schatzkammer Amerikas.

Willkommen im Leben

Seit einigen Jahrzehnten macht Costa Rica es allen anderen vor: Ökotourismus. Regenwald wird aufgeforstet, Tiere geschützt und viele Einnahmen aus touristischen Quellen dienen dem Erhalt der Natur. Das Land, das schon lange keine Armee mehr hat, scheint einen gewissen Frieden mit sich gefunden zu haben. Das nationale Lebensgefühl ist „Pura Vida“: Das ist hier nicht nur die Antwort auf Fragen wie: „Wie geht’s?“ oder „Warum geht das W-LAN nicht?“. Es bedeutet „reines Leben“. Aber auch Entspannung, Dankbarkeit und Respekt. Die Cowboys auf ihren Pferden (ja, manchmal auch auf dem Fahrrad) sind Pura Vida. Die Ökofarm um die Ecke. Yoga am Strand. Brüllaffen am Morgen. Jeder einzelne hier, du und ich. Ihr könnt kein Spanisch? Lernt diese zwei Wörter und ihr werdet verstanden.

Was euch in diesem Artikel erwartet:

Costa Rica Rainforest

Costa Ricas Wälder

Es ist bemerkenswert, wie viele verschiedene Ökosysteme in diesem kleinen Land Platz gefunden haben. Dicht an dicht drängen sich fruchtbare Täler, Gebirge und Feuchtgebiete und dazwischen Wald: Über die Hälfte des Landes ist von Regen-, Nebel- und Trockenwäldern bedeckt. Diese warten mit spektakulären Pflanzen auf und bieten einer einzigartigen Tierwelt Platz. Die Artenvielfalt Costa Ricas ist eine der größten der Welt. Vom Puma bis zum Erdbeerfröschchen reicht die Palette. Riesige Schmetterlinge, noch größere Spinnen – ja, die gibt es auch hier – und eine Menge verschiedener Vogelarten beleben das grüne Paradies.

Es gibt hier viele Unterkünfte inmitten der Natur. Vor allem Ecolodges sind über das Land verteilt. Diese befinden sich in sehr verschiedenen Preisklassen und reichen von spartanisch bis luxuriös. Manche lassen sich nur mit dem Boot erreichen, manche haben nur zwei Stunden am Tag Strom. Ein Erlebnis ist das allemal. Für jeden Geschmack ist etwas dabei: Darf es Feuchtgebiet, Strand oder Fluss sein? Oder einfach nur vom Grün des Regenwaldes umgeben? Wir stellen euch zwei Unterkünfte vor, die Wald und Meer vereinen.

Das Dschungel-Hotel

Das Hotel Punta Leona liegt inmitten des Dschungels in einer Bucht nördlich von Jacó. Auf der weitläufigen Anlage selbst sind wilde Tiere daher allgegenwärtig. Das merkt man zum Beispiel an den Netzen im Restaurant, die die Affen in Schach halten. Ein paar Nächte hier können den Besuch eines Nationalparks fast ersetzen.

Die Hotelzimmer sind in kleinen Gruppen über den Wald verstreut. Es gibt auch Apartment-Anlagen mit Bars, Restaurants, Supermarkt und Pools. Jede halbe Stunde fährt der interne Shuttleservice. Doch auch zu Fuß hat man es nicht allzu weit.

Ein wunderbarer weißer Strand gehört auch zu der Anlage. Dieser ist jedoch vor allem an den Wochenenden schnell voll. An den Stränden weiter südlich gibt es genug Platz für alle, einschließlich guter Bedingungen zum Surfen.

Hotel Punta Leona

  • Wo: Punta Leona, P82J+VV Sotavento II, Puntarenas, Garabito
  • Preis: Standard-DZ ab ca. 130 EUR/Nacht
  • Webseite: https://hotelpuntaleona.com/

Mittendrin statt nur dabei

Noch näher dran ist man in der Lapa Ríos Ecolodge. Diese befindet sich ganz an der südlichen Spitze der Osa-Halbinsel. Gleich nebenan liegt der Corcovado-Nationalpark.

Die Bungalows der Lodge liegen mitten im Regenwald. Sie verfügen über jede Menge Komfort, doch die Wände bestehen nur aus Moskitonetzen: Der Wind streift ungehindert hindurch. Erwacht mit den Tieren und genießt den Anblick der aufgehenden Sonne über dem Golfo Dulce. Geführte Touren durch die Umgebung sind im Preis inbegriffen. Der ist zwar nicht ganz niedrig, lohnt sich aber und ist auf jeden Fall gut investiert: In den Dschungel um euch herum, in lokale Produkte und die Bevölkerung vor Ort.

Lapa Ríos Ecolodge

Lapa Ríos Ecolodge​

Costa Ricas Vulkane

Auf Entdeckungstour ist ein Mietwagen sehr praktisch. Man kommt damit beinahe zu allen lohnenden Zielen, auch wenn manchmal ohne Allradantrieb nichts geht. So wird auch die Besteigung eines Vulkans ein Kinderspiel.

Immerhin hat Costa Rica über 60 Stück davon, von denen einige noch aktiv sind. Die meisten sind in Nationalparks integriert. Oft ist die Besteigung nicht ohne Weiteres machbar. Doch beispielsweise der Poás und der Irazú, beide unweit der Hauptstadt San José, sind bequem mit dem Auto zu bezwingen: Unkompliziert, doch nicht weniger spektakulär. Der Poás beherbergt in seinem gewaltigen Krater auf etwa 2.700 Metern Höhe gleich zwei Seen. Dabei ist er immer wieder aktiv und war bis letztes Jahr kurzfristig gesperrt. Der Irazú ist mit fast 3.500 Metern noch um einiges höher und weist ebenfalls einen wunderschönen türkisgrünen See in seinem Krater auf. Allerdings ist er unberechenbar und mit Vorsicht zu genießen.

Costa Rica Irazu
Irazú

Mit am bekanntesten ist der Arenal im Nordwesten. Er thront als imposanter Kegel über dem beschaulichen Städtchen La Fortuna und dem Lago Arenal, der zum Wassersport einlädt. In den Sechzigern kostete ein verheerender Ausbruch zwei Dörfer das Leben. Und noch 2010 musste der Nationalpark zu seinen Füßen evakuiert werden. Lange galt er als einer der aktivsten Vulkane der Welt. Inzwischen begnügt er sich damit, gelegentlich ein wenig zu rauchen. Doch an Besteigung ist nicht zu denken. Über die gut ausgebauten Pfade des Parks kann man die Lavafelder besichtigen. Der Weg dorthin führt durch Regenwald und bietet somit die Chance, auch die örtliche Tierwelt kennenzulernen. Dazu gehören unter anderem Faultiere, Nasenbären und Affen.

Arenal Nationalpark

  • Wo: Calle Real el Castillo, Alajuela
  • Wann: geöffnet täglich 08:00-16:00
  • Preis: Eintritt ab ca. 30 EUR
Arenal
Arenal

Hoch hinaus…

Auf den Hanging Bridges erfährt man den Wald aus einer anderen Perspektive, festes Schuhwerk vorausgesetzt. Im Regenwald spielt sich in den Baumkronen oft mehr ab als unten. Man kann das luftige Netzwerk innerhalb von ein paar Stunden selbstständig erforschen. Doch auf einer geführten Tour entdeckt man meist mehr Tiere. Besonders zu empfehlen ist die Nachtwanderung: Dann zeigen sich mehr Baumbewohner und der Wald wird unheimlich lebendig.

Noch nicht hoch genug? Dann probiert eine Zipline-Tour. Diese beginnt an einem Aussichtspunkt, fast so hoch wie der Vulkan selbst. Von dort aus gleitet ihr an Stahlseilen von Baum zu Baum. Adrenalin garantiert! Und selbst mit leichter Höhenangst ist dieses einzigartige Erlebnis machbar. Die Führer sind einfühlsam und schwierige Passagen lassen sich umgehen.

Rainforest Reserve and Aerial Tram

  • Wo: Sky Adventures, Alajuela, La Fortuna, 21007
  • Wann: geöffnet täglich 07:30-16:00
  • Preis: verschiedene Touren im Angebot, z.B. Hanging Bridges ca. 36 EUR, Zipline ca. 74 EUR
  • Webseite: https://skyadventures.travel/

…und wieder runterkommen

Zur Entspannung danach bieten sich die Thermalquellen der Umgebung an. Diese werden durch den Vulkan auf bis zu 40 Grad erwärmt, inklusive Blubberblasen. Dieses Geschenk der Natur nutzen mehrere Wellness-Anlagen in der Umgebung. Im Paradise Hot Springs wird nur eine beschränkte Anzahl an Gästen eingelassen. So ist genug Platz für jeden. Holt euch einen Drink, legt euch ins warme Quellwasser und genießt den Dschungel um euch herum.

Paradise Hot Springs

  • Wo: La Fortuna, 142, Alajuela, San Carlos, 21007
  • Wann: geöffnet täglich 11:00-21:00
  • Preis: Tageskarte ca. 25 EUR
  • Webseite: http://paradisehotsprings.net

Costa Ricas Wasser

Wie der Wald und die Vulkane spielt auch das Wasser eine große Rolle in diesem Land zwischen den Ozeanen. Überall gibt es kleine Naturwunder zu bestaunen wie zum Beispiel den türkisblauen Río Celeste, der den Nationalpark um den Vulkan Tenório durchzieht. Wasserfälle und heiße Quellen laden manchmal auch zum Baden ein.

Costa Rica Rio Celeste
Río Celeste

Zum nächsten schönen Strand hat man es in Costa Rica nie weit. Sie besitzen hier alle möglichen Schattierungen von weiß bis schwarz. Einer der schönsten Strände ist die Playa Conchal im Norden der Nicoya-Halbinsel. Kleinen, abgerundeten Muschelkörnchen machen den Strand zu einer schneeweißen Sensation mit kristallklarem Wasser.

Schwimmen ist in der Regel meist möglich. Jedoch sollte man sich vorher informieren, ob es gefährliche Strömungen gibt. Denn: Es gibt hier so viele Strände und so wenige Rettungsschwimmer. Man ist grundsätzlich gut beraten, wenn man immer darauf achtet, noch Boden unter den Füßen zu spüren. Ebenfalls zu beachten ist der Naturschutz: Sollten zum Beispiel Schildkröten hier nisten, gibt es ebenfalls Sonderregelungen.

Damit die Gezeiten einem nicht das Handtuch klauen, sollte man etwas auf den Wasserstand achten. Je nach Standort kann man aber auch problemlos den ganzen Tag ungestört – und unbewegt – sonnenbaden.

Wassersport

Wer sich lieber etwas mehr bewegt, findet hier sehr gute Voraussetzungen zum Rafting oder Surfen. Auch Kajakfahren durch einen Nationalpark kann ein spannendes Erlebnis sein – auf Augenhöhe mit Kaimanen.

Beliebte Rafting-Flüsse sind vor allem der Reventazón und der Pacuare, ein Wildwasserfluss von Weltrang. Hier paddelt ihr in einem kleinen Team mitten durch den Regenwald oder Felsschluchten. Die Gewässer sind in Abschnitte verschiedener Schwierigkeitsgrade unterteilt. Auch die Touren sind ganz unterschiedlich: Sie können einen Tag dauern oder eine Woche. Die Anbieter kümmern sich dabei in der Regel um Transfer, Unterkunft und Verpflegung.

Ríos Tropicales

Ríos Tropicales nimmt euch mit auf den Pacuare, aber auch auf andere Flüsse. So kommt man beispielsweise bis in den Tortuguero-Nationalpark. Wer eine mehrtägige Tour bucht, übernachtet in der gleichnamigen Lodge im Dschungel – ein perfektes Abenteuer.

  • Wo: Sky Adventures, Alajuela, La Fortuna, 21007
  • Wann: geöffnet täglich 07:30-16:00
  • Preis: versch. Touren, z.B. 1-Tages-Tour auf dem Pacuare ca. 114 EUR (inkl. Transfer, Ausrüstung, Verpflegung)
  • Webseite: https://www.riostropicales.com/

Surfer finden in Costa Rica fast überall das ganze Jahr über gute Bedingungen. Besonders schöne Surfstrände finden sich vor allem im Norden der Nicoya-Halbinsel. Ein Hotspot ist hier Tamarindo. Hier gibt es unter anderem viele Shops, Schulen – und natürlich Partys. Während der Trockenzeit (etwa Dezember bis März), wenn die Wellen am schönsten sind, geht es dann mitunter auch entsprechend laut zu. Etwas weiter südlich ist die Gegend um Jacó sehr beliebt. An der Karibikküste, besonders in und um Puerto Viejo de Talamanca, finden sich auch schöne Wellen. Wer zwischen April und Oktober im Land ist, findet zum Beispiel in Pavones an der südlichen Pazifikküste eine zuverlässige Brandung.

Surf and Yoga Retreat

Eine ganz besondere Auszeit für Seele und Körper ist ein Surf and Yoga Retreat. Diese gibt es bei Pura Vida Adventures entweder in gemischten Gruppen oder nur für Frauen. In einer Woche all-inclusive kann man sich komplett dem Pura Vida hingeben. Der Tag beginnt mit Yoga am Strand und endet optional mit Sunset Surfing. Zwischendurch gibt es Surfstunden verschiedener Niveaus und Ausflüge zu Insider-Buchten. Zwischendurch kann man sich im Spa-Bereich entspannen. Abends geht ihr je nach Geschmack mit der Gruppe aus oder hängt im Infinity Pool ab, schlürft Cocktails und genießt das Leben.

Pura Vida Adventures

  • Wo: Frente super fresco Santa Teresa de Cobano, Puntarenas, 60111
  • Preis: 1 Woche Camp all inclusive ab ca. 2700 EUR
  • Webseite: https://puravidaadventures.com/

Costa Ricas Tierwelt

Straßenschilder warnen vor querenden Ameisenbären. Auf der Terrasse sitzen die Aras. Freche Äffchen schielen einem aufs Frühstück. Leguane sitzen auf der Straße wie andernorts die Tauben – kaum ein anderes Land bietet so viel Kontakt zur Tierwelt. Dabei ist die Artenvielfalt beachtlich. Besonders dicht ist das Gedränge auf der Osa-Halbinsel im Süden. Hier befindet sich der Corcovado-Nationalpark, der vom National Geographic als „biologisch intensivster Ort der Erde“ bezeichnet wurde. Ein besonderer Pluspunkt dieses Parks ist seine Abgeschiedenheit: Der letzte bewohnte Ort ist ein Stück entfernt, die Anreise kann sich durchaus abenteuerlich gestalten. Hier findet man mit Sicherheit mehr Tiere als Menschen. Dazu gehören Krokodile, viele Affenarten und mit etwas Glück sogar eine der großen und kleinen Katzenarten.

Vögel beobachten – ganz nebenbei

Costa Rica ist ein Paradies für Vogelliebhaber. Ob Kormoran, Soldatenara, Kolibri, Quetzal oder Weißbrust-Ameisenwürger – dieses Land hat sie alle. Zwischen Oktober und April, wenn die Zugvögel zu Besuch kommen, ist die Vielfalt besonders groß.

Die meisten Vögel findet ihr in den Feuchtgebieten, vorzugsweise vormittags. In Caño Negro nördlich des Arenal-Gebietes oder Palo Verde im Norden der Nicoya-Halbinsel stehen die Chancen gut. Auch im wunderschönen Tortuguero-Nationalpark kann man auf einer Bootstour die Wasserwelt entdecken. Dazu gehören neben vielen Vögeln auch Flussotter, Kaimane oder sogar Seekühe. Wichtig ist hier der Mückenschutz. Aber auch Fernglas und Gummistiefel sind angeraten.

Nationalpark Corcovado

  • Wo: Puerto Jiménez, Puntarenas
  • Wann: geöffnet täglich 08:00-16:00

Nationalpark Tortuguero

  • Wo: Tortuguero, Limón
  • nicht mit dem Auto erreichbar

Nationalparks allgemein

Auf dem Todespass

Wenn ihr nach Süden unterwegs seid, wählt die Route über die Interamericana. Dieser Highway führt durch das Talamanca-Gebirge, Heimat vieler Vogelarten. An Kilometer 89 in etwa 3.400 Metern Höhe findet ihr einen Gipfel mit dem beruhigenden Namen Cerro de la muerte (Gipfel des Todes). Keine Angst, das stammt aus der Zeit vor dem Highway. Heute freut man sich hier nur über eine atemberaubende Aussicht (Tipp: am Vormittag gibt es weniger Wolken). Also aussteigen und durchatmen. In der kargen und einsamen Páramo-Vegetation könnt ihr ebenfalls viele Vögel erspähen. Sogar der legendäre Quetzal lässt sich hier öfter sehen. Und falls nicht, seid ihr den gefiederten Freunden ein Stückchen näher gekommen, indem ihr ihre Aussicht teilt.

Wem es hier gefällt, der findet in der Umgebung auch kleine Unterkünfte inklusive Guide für Vogeltouren. Zu beachten ist, dass es hier oben recht kalt werden kann – unbedingt warme Kleidung mitbringen!

Neben den Vögeln gibt es natürlich noch viele andere Spezies. Diese kann man normalerweise in einem Nationalpark oder auch so in freier Natur erspähen. Einen besseren Blick auf die Tiere ermöglichen verschiedene Einrichtungen zum Naturschutz. Die Schmetterlinge waren zu schnell davon geflattert? Ihr findet in El Castillo, nahe dem Arenal, das Butterfly Conservatory. Hier kann man unter sachkundiger Führung die vielen Schmetterlingsarten hautnah bestaunen. Frösche und Insekten werden auch vorgestellt.

Außerdem gibt es im Land mehrere Tierauffangstationen, die sich derer annehmen, die allein nicht in der Natur zurechtkommen. So zum Beispiel das Proyecto Asis in La Fortuna. Hier leben alle möglichen Tierarten vom Tukan über Nasenbären bis zum Krokodil. Viele wurden früher als Haustiere gehalten und werden nun so gut es geht wieder ausgewildert.

Ein anderes Beispiel, wo Tierschutz und –beobachtung Hand in Hand gehen, ist der Umgang mit den bedrohten Meeresschildkröten. Es gibt mehrere Arten davon, die die langen Strände des Landes lieben: Jährlich kommen sie zur Eiablage hierher. Früher wurden die Eier oft geraubt und unter anderem als Aphrodisiakum verkauft. Heute stehen die Schildkröten unter besonderem Schutz und man darf die Strände, wenn überhaupt, nur mit spezieller Genehmigung betreten. Verschiedene Non-Profit-Organisationen bieten geführte Touren dorthin an. Dabei können Touristen aus gebührender Entfernung dem einzigartigen Schauspiel Respekt zollen. Dies geht zum Beispiel gut im Tortuguero-Nationalpark, der sogar danach benannt ist. Aber auch an den Pazifikstränden nisten bestimmte Arten. Die Saison ist dabei von Art zu Art unterschiedlich.

Ein Herz für Faultiere

Das Sloth Sanctuary in der Nähe von Cahuita an der Karibikküste ist spezialisiert auf Faultiere. Dessen Gründer wollten ursprünglich Vogeltouren anbieten, doch ein Erdbeben machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Buttercup, ein verwaistes Faultierbaby, war dann der Stein des Anstoßes für das heutige Konzept. Dazu gesellten sich nach und nach mehr der friedlichen Tiere. In der Buttercup-Tour wird neben einem Besuch auf der Station eine Bootsfahrt durch das Waldstück unternommen. Dabei können wildlebende Faultiere zu erspähen sein. Wer noch mehr erfahren möchte, kann die Insider’s Tour buchen und hinter die Kulissen blicken.

Sloth Sanctuary

  • Wo: 36, Cahuita
  • Wann: geöffnet täglich außer Mo 08:00-14:00
  • Preis: Buttercup-Tour: ca. 27 EUR, Insider’s Tour: ca. 133 EUR
  • Webseite: http://www.slothsanctuary.com/
faultier
Fotocredit R.Richardson, Sloth Sanctuary

Schildkröten beobachten

An der Playa Grande nisten gerne Lederschildkröten. Native’s Way Costa Rica bietet ab Tamarindo geführte Abendtouren an, wo man sich in kleinen Gruppen vorsichtig den Nistplätzen nähert. Mit etwas Glück sieht man auch Baby-Schildkröten. Hauptsaison für die Eiablage ist zwischen September und März.

Native’s Way Costa Rica

Passend dazu