Flugangst: Tipps, wie man sie überwindet und stressfrei reist
Von Elaine · Stand: · 6 Min. Lesezeit

Inhalt · 3 Abschnitte
Flugangst - eine scheinbar so unbedeutende Sache kann den Lebensstandard erheblich beeinträchtigen. Seit Jahrhunderten haben die Menschen davon geträumt, wie die Vögel zu fliegen. Jetzt, da dieser Traum wahr ist, kann einem die Angst einen Strich durch die Rechnung ziehen!
Wir haben die Freiheit zu reisen, schnell die Zeit- und Klimazonen zu wechseln, die Welt und verschiedene Kulturen kennenzulernen. Wir können arbeiten, uns erholen, lieben, Freundschaften knüpfen - alles, ohne uns auf ein Land oder einen Kontinent zu beschränken. Leider führt die Angst vor dem Fliegen bei vielen Menschen zu erheblichem Reisestress. Manche sehen sich leider gezwungen, auf eine Reise mit dem Flugzeug zu verzichten.
Warum ist das so? Woher kommt diese Angst und was kann man dagegen tun? Im Folgenden werden wir versuchen, diese Fragen zu beantworten und euch helfen, euch über den Wolken so wohl zu fühlen wie ein Fisch im Wasser.

Flugangst: Ursachen
Um eine Angst zu überwinden, muss man zunächst die Ursachen und Ursprünge dieser Angst verstehen. Warum kann jemand Angst vor dem Fliegen haben? Statistiken zufolge ist die Wahrscheinlichkeit, in einen Autounfall zu geraten, weitaus größer, als mit einem Flugzeug abzustürzen. Dennoch ist die Angst vor dem Fliegen eine viel häufigere Phobie als die Angst vor dem Autofahren. Was ist der Grund dafür?
Hier ist ein starker psychologischer Faktor im Spiel. Beim Fliegen haben Menschen häufig das Gefühl, die Kontrolle völlig aus der Hand zu geben. Der Passagier sitzt im Flugzeug und sieht aus dem Fenster in den Himmel. Die gesamte Kontrolle liegt in den Händen des Piloten und die Passagiere sind ihm völlig ausgeliefert.
Natürlich kann das Gleiche auch auf dem Boden passieren. In einem Auto, Zug oder Bus besteht jedoch die Illusion einer gewissen Kontrolle - man befindet sich auf dem Boden, sieht die vertraute Landschaft aus dem Fenster. Man hat unbewusst das Gefühl, das Fahrzeug jederzeit anhalten zu können. In einem Flugzeug befinden sich die Menschen außerhalb ihrer gewohnten Umgebung und wissen sehr wohl, dass es nicht möglich sein wird, “auszusteigen”.
Mögliche Gründe für Aerophobie:
- Unverständnis, wenn man zum Beispiel keine Ahnung von Technik oder Physik hat, warum ein Flugzeug fliegt
- Medien konzentrieren sich auf Unfälle: Jeder Flugzeugabsturz ist ein Ereignis und eine Nachricht, über die überall berichtet wird, während erfolgreiche Flüge von niemandem beachtet werden
- Andere Ängste, wie zum Beispiel Höhenangst
- Ein negatives oder traumatisches Erlebnis beim Fliegen
- Das ererbte Umfeld, bspw. durch Flugangst seitens der Eltern
- Angst vor Kontrollverlust
Symptome, dass eure Flugangst außer Kontrolle gerät
Ein wenig Aufregung oder Angst vor oder nach dem Fliegen ist völlig normal und natürlich. Manchmal geht diese Angst jedoch zu weit. Wenn ihr das Fliegen vermeidet und es eure Lebensqualität beeinträchtigt, ist das ein ernstes Zeichen dafür, dass es sich nicht mehr nur um eine kleine Angst handelt, sondern um ein ernstes Problem. Wenn ihr vor und während des Fluges Panikattacken habt, ist das ein ernsthafter Grund, einen Arzt aufzusuchen.
Symptome der Panikattacke:
- Zittern oder Schütteln
- Schüttelfrost
- Schwindel und Benommenheit
- Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrosis)
- Herzklopfen
- Brechreiz
- Kurzatmigkeit (Dyspnoe)
- Magenverstimmung oder Verdauungsstörungen (Dyspepsie)
So überwindet ihr eure Flugangst
Hier geben wir einige Tipps, wie ihr eure Flugangst verringern und euer Wohlbefinden auf Reisen verbessern könnt. Aerophobie kann jedoch ein medizinischer Zustand sein, der nur von einem Arzt bzw. Psychologen behandelt werden kann. Wenn ihr ernsthafte Anzeichen dieser Krankheit bemerkt, wie zum Beispiel regelmäßige Panikattacken, solltet ihr einen Arzt aufsuchen!

1. Informiert euch
Unwissenheit macht Angst. Deshalb ist es eine gute Idee, die Funktionsweise eines Flugzeugs und die Sicherheitsmaßnahmen zur Vermeidung von Flugzeugabstürzen zu kennen.
2. Vorbereitung auf den Flug
Die Angst, die Kontrolle zu verlieren, ist einer der Hauptgründe für Flugangst. Es ist daher eine gute Idee, euch auf die Dinge vorzubereiten, die ihr im Flugzeug kontrollieren könnt. Versucht, so viel wie möglich über die Flugverfahren der Fluggesellschaft herauszufinden: Wie lange euer Flug dauert, was an Bord passiert, ob es die Möglichkeit gibt, Filme zu sehen - das Wissen um diese kleinen Dinge reduziert die Angst.
Wenn ihr verreist: Die Vorbereitung eures Urlaubs wird euch auch helfen, euch auf dem Flug sicherer zu fühlen - je mehr Gewissheit ihr über eure Reise habt, desto besser. Bereitet bequeme Kleidung für den Flug vor, denkt darüber nach, was ihr während des Fluges tun werdet, nehmt ein interessantes Buch mit und steckt Kopfhörer für eure Lieblings-Musik ein. Verzichtet vor dem Flug auf Alkohol, Koffein und Zucker - diese Stoffe können die Nervosität steigern.
3. Schafft kleine Rituale vor dem Flug
Es ist eine gute Idee, sich kleine Rituale für die Wartezeit am Flughafen auszudenken, um die Angst vor dem Fliegen zu bekämpfen. Unser Gehirn mag Routine und baut Ängste ab, wenn es einen vorhersehbaren Ablauf bekommt. Ein warmer Tee in einem netten Café vor dem Einsteigen in das Flugzeug kann schon helfen. Wenn ihr empfindlich auf Koffein reagiert, lohnt es sich, eine koffeinfreie Alternative zu wählen, um eure Angst vor dem Flug nicht zu verstärken. Ein Bummel durch den Duty-Free-Bereich oder sogar das Aufnehmen von Selfies am Flughafen können ein nettes kleines Ritual sein, das euch beruhigt und euch in die richtige Stimmung für die Reise versetzt. Diese kleinen Vergnügungen helfen eurem Gehirn schließlich, Flughäfen und Flüge mit etwas Positivem zu verbinden.
4. Kennt eure Trigger
Beobachtet euch selbst und versucht zu verstehen, in welchen Momenten während des Fluges eure Angst auftritt. Was passiert in diesem Moment, woran denkt ihr, welche Ereignisse, Geräusche oder Gerüche lösen eure Angst aus? Wenn ihr diese Auslöser kennt, könnt ihr eure Angst besser verstehen und sie in Zukunft verringern.
5. Nicht im Thema Flugzeugabstürze stecken bleiben
Vermeidet Filme/Nachrichten/Shows über Flugzeugunfälle. Der verstärkte Medienfokus auf Flugzeugabstürze erweckt den Eindruck, dass dies regelmäßig geschieht. Wenn ihr zu Ängsten und Befürchtungen neigt oder bereits Flugangst entwickelt habt, ist es am besten, das Thema zu vermeiden. Zu lernen, wie ein Flugzeug funktioniert, hilft, die Angst zu beseitigen. Sich ständig in das Thema zu vertiefen, verstärkt die Angst nur.
6. Sucht nach Unterstützung
Sprecht mit Menschen, die ähnliche Ängste haben und es geschafft haben, sie zu überwinden. Persönliche Erfahrungen von Menschen, die Ähnliches durchgemacht haben, helfen euch zu erkennen, dass ihr mit eurer Angst nicht allein seid und dass es realistisch ist, sie loszuwerden. Unterstützung und persönliche Beispiele der Überwindung haben eine magische Wirkung. Wenn ihr niemanden kennt, dem es ähnlich geht, könnt ihr euch in der Podcast-Folge „Fliegen mit Flugangst“ via open.spotify.com die Geschichte von einer Person anhören, die eine ähnliche Erfahrung hatte.
7. Entspannungstechniken praktizieren
Ihr könnt eure Flugangst besser bewältigen, indem ihr Methoden zur Entspannung erlernt. Experimentiert mit Atemübungen, Vorstellungskraft oder progressiver Muskelentspannung, um eure Symptome zu mildern. Einige Leute finden, dass das Führen eines Tagebuchs, Meditation oder Gebet ihnen hilft, ihre Ängste zu überwinden. Probiert diese Techniken doch zwei bis drei Wochen vor eurem geplanten Flug aus. Je mehr ihr übt, desto effektiver werden diese Ansätze sein.
8. Sucht nach professioneller Hilfe
Sucht einen Arzt oder Psychologen auf, wenn ihr das Gefühl habt, mit eurer Angst nicht zurechtzukommen. Manchmal sind Medikamente notwendig. Doch eine Psychotherapie ist eine gute Möglichkeit, die zugrunde liegenden Ängste zu bearbeiten.
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