Expedition ins Bierreich

Prag

Nicht nur zum Biertrinken: Prag

Von Bierbädern, Hausbooten und kaputt getanzten Häusern - Kommt mit auf ein Wochenende nach Prag. Wir zeigen euch die Stadt, wie sie keiner kennt.

Prag ist bekannt für sein gutes Bier. Die Liebe zum Pivo, wie Bier auf Tschechisch heißt, geht so weit, dass ihr in speziellen Beer Spas sogar darin baden könnt. Anschließend schwitzt man in der Hopfensauna bei frisch gezapftem böhmischen Lager. Porentief rein und gut gelaunt, geht es dann durch die Stadt auf Entdeckungstour.

Gasse in Prag bei Nacht

Expedition ins Bierreich

Das Beer Spa Žitná befindet sich in der Prager Altstadt, nur 100 Meter entfernt vom berühmten Karlsplatz. Nach einem Willkommensbier in der Lobby zieht ihr euch Badeklamotten an und steigt in einen hölzernen Whirl-Bottich (für zwei Personen) mit sprudelndem warmen Wasser, Hopfenextrakt, Brauereihefe und Malz. Highlight ist der Zapfhahn, aus dem ihr euch unbegrenzt helles und dunkles Krušovice-Bier zapfen könnt. Nach 20 Minuten geht es für euch in die Hopfensauna, die – welch ein Zufall – die Form eines Bierfasses hat. Anschließend kippt ihr euch kaltes Wasser über den Leib, ehe ihr auf einem Bett aus Weizenstroh entspannt. Knisterndes Highlight: der Kamin. Ach so: Auch hier könnt ihr euch so viel dunkles oder helles Krušovice zapfen, wie ihr möchtet – oder noch vertragt.

Beer Spa Žitná

Žitná 658

Dauer: eine Stunde, jede weitere Stunde 25 % des Eintrittspreises

Eintritt: ein Bottich für zwei Personen ab umgerechnet ca. 100 Euro

Tipp: besser vorher etwas essen als Basis für das Bier

www.beerspa.com

Kaputt getanztes Haus „Ginger und Fred“

Dancing Houses in Prag

Wie auch in der Kunst gibt es in der Architektur Einflüsse, die nachhaltig ganze Generationen von Kreativen prägen und Außenstehende an den Regeln der Schwerkraft zweifeln lassen. Ein Meister dieser Kunst ist zweifellos Frank Gehry, der den Dekonstruktivismus mit seinem Entwurf des Guggenheim-Museums in Bilbao weltbekannt machte. Aber auch er hat einmal klein angefangen – unter anderem in Prag. Dort steht sein Tanzendes Haus, das aufgrund der wie ein Faltenkleid anmutenden Fassade liebevoll „Ginger und Fred“ genannt wird. Es sieht genauso aus, als würden die zwei Hollywoodgrößen der 20er-Jahre, Ginger Rogers und Fred Astaire, an der Moldau eine heiße Sohle aufs Parkett legen. Im Erdgeschoss befindet sich eine Galerie mit wechselnden Ausstellungen und oben ein Restaurant, die GLASS Bar und eine kleine Terrasse mit Blick auf die Prager Burg. Und keine Sorge: Das Haus ist grundsolide gebaut und sicher.

Tanzendes Haus von Frank Gehry

Rašínovo nábřeží 80/Jiráskovo náměstí 6, Nové Město

Auf den Spuren der Goldenen Zwanziger

Wem die Architektur von Gehry zu wackelig ist, der findet Richtung Norden nach ca. 15 Minuten Spaziergang das weltberühmte Café Imperial. Der Kontrast könnte nicht größer sein. Art déco, detailreiche Tiernachbildungen sowie gelbe und ockerfarbene Kacheln prägen die Optik der hohen Hallen des Cafés. Das Personal ist adrett in Uniform gekleidet, und auf den Toiletten läuft das Wasser aus goldenen Schwanen-Wasserhähnen. Wer bei so viel Kitsch glaubt, tief in die Tasche greifen zu müssen, liegt falsch. Das Restaurant von Fernsehkoch Zdeněk Pohlreich überzeugt mit moderaten Preisen. Am besten beginnt man gleich seinen Tag dort mit einem Frühstück – die Eier Benedict sind ein Traum! Bitte unbedingt vorher reservieren!

Café Imperial

Na Poříčí 15
Geöffnet: täglich von 7.00 bis 23.00 Uhr

www.cafeimperial.cz

Kafka lesen heißt Prag verstehen

So richtig zum Verlieben ist Prag im Herbst, wenn die Stadt ihre weltberühmte Melancholie verströmt. Die spürt man dann besonders, wenn man durch die verwinkelten Gassen der Kleinseite schlendert. Der Stadtteil liegt am linken Moldauufer und ist ruhiger und kleiner (daher der Name) als die Altstadt. Einer, der diese Melancholie quasi zur Lebensform erhoben hatte, war der Schriftsteller Franz Kafka. Fans des gebürtigen Pragers sollten deshalb unbedingt das Kafka-Museum besuchen. Es befindet sich in einer alten Ziegelei direkt an der Moldau.

Franz Kafka Museum

Cihelná 2 b, Kleinseite
Eintritt: ab umgerechnet ca. 7,50 Euro

Geöffnet: täglich von 10 bis 18 Uhr

Schlafen auf der Moldau: Prags beste Botels

Ihr habt keine Lust, während eures Pragurlaubs in Hotels oder Hostels zu schlafen? Dann sind die Prager Botels (Boot + Hotel = Botel) was für euch. Gleich mehrere haben an zentraler Stelle auf der Moldau festgemacht. Hier sind unsere Favoriten:

Boat Hotel Matylda

Das Boat Hotel Matylda liegt in der Prager Innenstadt auf der Moldau vor Anker, einen Kilometer von der Karlsbrücke und einen zehnminütigen Spaziergang vom Karlsplatz entfernt. Von den holzvertäfelten Kabinen aus habt ihr einen tollen Blick über die Moldau. WLAN ist kostenlos und das Frühstücksbuffet im Preis inbegriffen. Einzelzimmer gibt es ab umgerechnet ca. 89 Euro, Doppelzimmer ab ca. 149 Euro.

http://www.botelmatylda.cz/de/

 

Botel Albatros

Schlichte Zimmer (ca. 40 Euro fürs Einzelzimmer, ab ca. 80 Euro fürs Doppelzimmer, ca. 100 Euro fürs Viererapartment), ein internationales Restaurant, eine Bar und kostenloses Frühstück – so lassen sich die Eckdaten des Botels Albatros zusammenfassen. Die Kabinen sind urig, geräumig und sauber. Vom Bordrestaurant auf dem Oberdeck aus habt ihr einen freien Blick auf die Moldau und die Stadt.

www.botelalbatros.cz/de

 

Botel Admiral

Die „Admiral“ ist ein Botel, das am linken Moldauufer vor Anker liegt. Die maritimen Zimmer sind günstig (Einzelzimmer ab ca. 44 Euro, Doppelzimmer ab ca. 52 Euro), die Betten gut und das WLAN gibt’s umsonst. Ein Frühstücksbuffet ist im Preis inbegriffen. Vor eurem Stadtbummel Richtung Beer Spa solltet ihr im Bordrestaurant die Kalbsbäckchen in Rotwein mit gebratenem Wurzelgemüse, Selleriechips und Kartoffelpüree für ca. 14 Euro probieren. Ein Gedicht!

http://www.admiral-botel.cz/

When in Prag: Biersorten, die ihr kennen solltet

Starkes, helles, untergäriges Bier. Etwas kräftiger als das typische tschechische helle Lagerbier.

Bier, das mit Bierhefe oder frisch gärender Maische gebraut wird. Hat meist eine trübe Färbung und schmeckt nach Brot.

Tschechischer Name für Lager und für Biere, die aus Maische gebraut werden und mindestens 11 bis 12 % fermentierbaren Zuckerextrakt in der Bierwürze enthalten.

Tschechischer Name für gefiltertes Bier.

Weltweite Bezeichnung für helles Lagerbier. In Prag und Tschechien außerdem Kurzbezeichnung für Pilsner Urquell.

Tschechischer Name für Weißbier und für Bier, das mindestens 33 % Weizenmalz enthält.

Kombination aus einer hellen und einer dunklen Biersorte in einem Glas.

Goldgelbes Bier, dessen Farbe von hellem Braumalz herrührt.

Dunkles Bier, das mit dunklem Malz gebraut wird.

Bier, das aus Maische gebraut wird und mindestens 7 bis 10 % fermentierbaren Zuckerextrakt in der Bierwürze enthält.

Übrigens: Die ausgezeichneten öffentlichen Verkehrsmittel in Prag bieten euch die bequeme Möglichkeit, einfach von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu gelangen. Also: Bucht euren Flug und ein Botel, packt die Zahnbürste ein und los!

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