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Rock & Soul in Memphis

Walking in Memphis, wie Marc Cohn singt, habe ich fünf Tage hinter mir. Genau genommen: Mehr als 120.000 Schritte auf 112km durch die Stadt des Rock’n‘Rolls, des Souls und des Blues. Muss man das machen? Natürlich nicht, aber ich kann mir vielleicht ein kleines Stück besser vorstellen, wie sich Elvis zu Anfang in der Stadt am Mississippi gefühlt haben könnte. Neben all den Musiklegenden bietet Memphis auch viel zum Lernen über die Black History der USA.

Musik in den Straßen von Memphis

Es sind die 50er Jahre, die Memphis musikalisch prägen. Trotz Rassentrennung vermischten sich unterschiedliche Musikkulturen der schwarzen und weißen Bevölkerung eng – und Vorreiter hiervon war Elvis. Mit Country und Blues wurde so ein völlig neuer Stil.

Wie ich mich zurück in das Gefühl von Memphis bringe? Playlists hören!

Rock’n‘Roll @ Sun Records

Im Studio Sun Records, gegründet vom Radiomoderator Sam Philips, produzierten Größen wie B. B. King und Rufus Thomas. Rocket „88“ gilt als erstes Rock’n’Roll-Album überhaupt und wurde hier zusammen mit dem Komponist Ike Turner 1951 produziert. Und dann kam da noch Elvis.

In einem Studio, das fast nur mit schwarzen Musikern produzierte, hatte der junge Elvis 1953 sein gespartes Geld in eine private Aufnahme investiert. Sam Philips war davon alles andere als angetan. Seine Assistentin umso mehr. Wie sich alles von da an entwickelte, lasst ihr euch lieber direkt vor Ort erzählen.

Soul @ Stax

Stax Museum Memphis

Ein ganzes Stück weiter entfernt – ich empfehle hier ein Uber-Taxi zu nehmen – liegt Stax Records. Als großer Fan von Otis Redding musste ich hierher. Hier wurde der Soul der 60er und 70er Jahre geprägt.

Produziert wird hier schon lange nicht mehr. Heute ist es aber ein ziemlich fancy gestaltetes Museum mit extravaganten Exponaten, wie dem Protz-Auto von Isaac Hayes, dem Künstler hinter dem Theme von Shaft.

Famous Beale Street

Nachdem ich mich musikalisch in Stimmung gebracht habe, war ich gewappnet für die Beale Street. Alles, was (siehe oben) Rang und Namen hatte, trat hier auf. Heute ist es eine touristische Meile, mit Souvenir-Shops und jeder Menge Bars. Reserviert euch abends am besten einen Platz, denn es wird sehr voll. Überall wird Livemusik gespielt. Cheers!

Beale Street Memphis at Night

Graceland: Elvis' extravagante Villa

Die Hauptstadt des US-Bundesstaates Tennessee ist für eine Ikone natürlich besonders bekannt: Elvis, der King des Rock’n’Rolls. Etwas außerhalb von Memphis liegt seine Villa. Die ist besser bekannt als Graceland. Schnappt euch ein Uber (kostet etwa 13 Euro vom Stadtzentrum) oder Taxi und ihr seid in rund 15 Minuten erreichbar da.

Bevor ich meinen Fuß auf das Grundstück von Graceland setzte, musste ich mich durch ein riesiges Gebäude navigieren. Hier hätte ich mir diverse Exponate – etwa Elvis Anzüge, Elvis Autos, Elvis…. – anschauen können. Das kostet natürlich alles extra. Ich blieb beim günstigsten Ticket für 44 Euro. Dafür bekam ich ein iPad in die Hand gedrückt, mit dem ich mich selbst durch die Villa Graceland bewegen konnte. Übrigens führte mich John Stamos (Jesse aus der Kultserie Full House) virtuell durch Graceland. Anschließend hatte ich noch die Möglichkeit, in Elvis Privatjets einen Blick zu werfen.

Wie ihr hinkommt: Im Netz finden sich noch Hinweise auf Shuttle-Busse, die Fahren, wenn man eine Museumskarte (Eine Karte für den Zutritt in diverse Museen) besitzt. Das stimmt heute leider nicht mehr ganz so. Ich persönlich habe mir von der Innenstadt ein Uber für rund 12$ gemietet. Das empfehle ich euch ebenso – flexibler und schneller geht es kaum.

Graceland online buchen

Hat es sich gelohnt?

Elvis ist die Rock’n’Roll-Legende und Graceland gehört einfach zu einem Memphis-Besuch dazu. Das kleinste Ticket reichte für mich, um etwa zwei Stunden in die Welt des Kings einzutauchen. Auch wenn ihr kein Fan sein solltet, die Einrichtung der Villa ist super extravagant und interessant genug. Für Fans gibt es natürlich kein Wenn und Aber.

  • Der Eingang zur Villa von Elvis
  • Mit iPad und John Stamos' Stimme im Inneren der Graceland Villa

Wie ihr hinkommt

Im Netz finden sich noch Hinweise auf Shuttle-Busse, die Fahren, wenn man eine Museumskarte (Eine Karte für den Zutritt in diverse Museen) besitzt. Das stimmt heute leider nicht mehr ganz so. Ich persönlich habe mir von der Innenstadt ein Uber für rund 12$ gemietet. Das empfehle ich euch ebenso – flexibler und schneller geht es kaum.

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Civil Rights Museum am Lorraine Motel

Zurück nach Downtown, Memphis. Die Stadt am Mississippi ist nicht nur für seine Musikgeschichte, sondern auch für seine Historie der Bürgerrechtsbewegung zu Zeiten der Rassentrennung bekannt.

Am 4. April 1968 wurde der Dr. Martin Luther King auf dem Balkon des Lorraine Motels erschossen. Noch an dieser Stelle ist heute ein Kranz befestigt. Bereits von außen wirkt die Szenerie wie aus vergangenen Zeiten. Das ist zugegeben etwas beklemmend; und das fand ich auch gut so.

Seit 1991 ist das Motel als Museum eingerichtet. Für knapp 15 Euro erfuhr ich darin nicht nur etwas über den Mord an Dr. Martin Luther King. Die Ausstellung startet mit dem Sklavenhandel und den Geschichten der Millionen von Menschen, die von Afrika nach Amerika verschifft wurden. Das Museum vermittelt „Black History“ bis in unsere Zeit. Das war ziemlich viel zu lesen, aber ich mag es, meinen Horizont durch die Geschichte der Plätze, dich ich besuche, zu erweitern. Ich fand vor allem die Geschichte über Malcom X und den Unterschied zur Bewegung, die Dr. King unterstützte, sehr interessant.

Wenn ihr in diese Welt eintauchen mögt, rechnet auf jeden Fall mit mehreren Stunden Aufenthalt. Nach all dem Schauen bekam ichHunger. Daher noch ein Tipp zum Schluss von mir.

Fruchtig-scharf bei Maciel’s Tortas & Tacos

Während ich durch Downtown auf der Suche nach dem richtigen Restaurant schlenderte, blieb ich vor diesem mexikanischen Lokal namens „Maciel’s Tortas & Tacos“ stehen. Während ich die Karte studierte, studierte mich ein Gast zurück. Zwei Minuten später wurde ich von ihr angesprochen und bekam die wärmste Empfehlung hineinzugehen.

Ich war mindestens drei Mal hier essen. Für zehn bis 15 Euro bekommt ihr mexikanisch fruchtige, scharfe oder süße (oder alles in Kombination) Gerichte. Die temperamentvolle Bedienung war nicht nur freundlich, sondern auch sehr zuvorkommend. Nachos mit diversen Dips standen immer bereit und die Horchada wurde mir immer wieder nachgefüllt – auch als To Go beim Verlassen des Restaurants. Probiert den Salat mit Frucht-Chutney und Garnelen!

Macie's Tortas & Tacos Maps

Mit dickem Zug nach New Orleans

Letzter Halt: New Orleans, Louisiana. Die Zwischenstopps meiner Reise durch den mittleren Osten der USA habe ich nicht per Mietwagen, sondern per Bus und Zug erreicht. Da ist nichts spannend dran, bis auf… den Trip von Memphis nach New Orleans.

Morgens um 6:40 Uhr ging es los. Der Bahnhof ist nicht ebenerdig, sondern hochgebaut.
Nachdem ich drei Mal um das Gebäude gelaufen bin, habe ich es über eine versteckte Treppe zum Gleis geschafft. Am Gleis selbst wartete eine „Monstrum“ an Zug auf mich. Der Amtrak ist ein Zug wie aus einem Film.

Die Koffer werden wie bei einem Flugzeug vom Personal eingecheckt. Die Sitzplätze liegen im oberen Bereich des Zuges und sind so breit, wie man es sich in Flugzeugen wünschen würde. Die Lehne klappte ich nach hinten, die Fußstütze hoch. So holt man den kurzen Schlaf der Nacht nach.

Die Fahrt dauert neun Stunden, fühlte sich aber nicht im Geringsten so an. Ich konnte im Zug meine Beine vertreten. Das Board-Restaurant ist groß und komplett mit Glas überdacht. Hier wurde getrunken, gegessen und gefeiert. An frei drehbaren Sesseln lässt sich die Aussicht genießen. Gute Fahrt!

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