10 Gründe

warum Helsinki keinen Spaß macht

Kalt, teuer, mürrisch und spießig

So sind die Finnen, oder? Wer günstigen Urlaub möchte, reist besser nach Südostasien

Für die Schmerzfreien unter euch haben wir zehn Gründe zusammengefasst, warum Helsinki keine gute Idee ist.

Okay… wenn ihr bis zum Ende durchhaltet, solltet ihr vielleicht doch hinfliegen.

Fakten auf einen Blick?

1. Zu teuer

Kopenhagen, Oslo, Stockholm… und Helsinki bildet keine Ausnahme. Klar, die Lebensqualität im Norden Europas ist sehr hoch. Die Einwohner verdienen gutes Geld und das lassen sie uns als Touristen spüren. Nach einem Skandinavien-Urlaub fängt das Konto wieder bei Null an. Direkt nach der Heimkehr fühlt man sich mit deutschen Preisen wie ein Adeliger im Arbeiterviertel. Es soll ja Menschen geben, die wegen dem Verdienst extra hochgezogen sind. Nichts für Sparfüchse.

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2. Zu grün

Nichts für Großstädter
Suomenlinna
per Fähre vom Marktplatz erreichbar

Das soll Finnlands Haupstadt sein? Großstadt geht anders. Helsinki bietet keine Wolkenkratzer und den Betondschungel sucht ihr vergeblich. Stattdessen gibt es überall Parks und ganz viel Grün. Am liebsten mögen die Finnen ihre Suomenlinna, eine ehemalige Festungsanlage mit sechs Inseln. Vor allem im Sommer (den es in Finnland geben soll) zieht es alle raus auf dieses Kleinod. Dazu nimmt man die Fähre, die direkt ab dem Marktplatz alle 20 Minuten ablegt. Kostenpunkt 2 Euro.

Wunderbar soll es dort zugehen – wenn man Spazieren oder die Seele baumeln lassen möchte. Fun fact: Wusstet ihr, dass Helsinki über mehrere Stadtstrände verfügt? Großstädter: Hände weg!

3. Zu viel Kaffee

Trinken die Finnen nicht alle Vodka? Mag sein, aber keiner schlägt die Finnen respektive Helsinkianer im Pro-Kopf-Kaffeeverbrauch, „Kahvi“ auf Finnisch. Mehr als zwölf Kilo pro Jahr verbraucht der Durchschnittsfinne.

Der gestresste Schreibtischtäter wird bei all den chilligen Cafés von Helsinki zu sehr mit seiner Droge konfrontiert. Von der wollte man im Urlaub eigentlich wegkommen? Schlimmer noch: Die Nordmänner und -frauen sind richtige Schlemmermäuler und verstehen sich auf Süßspeisen, die man einfach probiert haben muss. Eines der ältesten Kaffeehäuser von Helsinki ist das Café Ekberg.

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4. Zu kalt

Im Urlaub braucht man Sonne. Mag sein, dass Finnen schon einmal Licht gesehen haben, aber braun werdet ihr in Helsinki nicht. Keiner wird euch nach dem Trip  fragen: „Oh, warst du im Urlaub?“. Anstatt eine Woche in der Sonne zu brutzeln, müsst ihr euch mit Architektur, dem Geschäftstreiben und Museen begnügen.

Abenteuerlustige Menschen fahren etwa eine Stunde (Auto oder Fähre ab Helsinki) raus nach Porvoo, Finnlands zweitältester Stadt, auch „Sommerstadt“ genannt. Dort shoppt ihr Antiquitäten und Möbelstücke. Eine Empfehlung für derartige Touren ist der alte Bahnhof „Makasiini Godsmagasin“.

In Porvoo seht ihr vor allem die roten urtypischen Holzhütten. Und Sonnenstrahlen. Vielleicht.

In Helsinki glitzert immerhin der Schnee in der kalten Wintersonne. Dann, wenn ihr euch mit einem heißen Glögg und kuscheligem Wollschal auf einen Winterspaziergang durch die Parks von Helsinki einlasst.

Finnland_Helsinki_Kalt_Schnee
Helsinki, richtig kalt im Winter

5. Zu heiß

Immer diese Extreme. Draußen ist es ar***kalt. Um das auszugleichen, müssen es mindestens 90 Grad Celsius sein. Deswegen heißen die gemeinten Einrichtungen auch Finnische Sauna, die es in Helsinki praktisch an jeder Ecke gibt. Da sitzt ihr dann mit anderen nackten Körpern und versucht, das Schwitzen zu genießen. Und aller paar Minuten wedelt euch jemand den heißen Dampf vor die Nase. Wenn ihr diese dann voll habt, geht’s schon wieder ins Kalte raus. Fürchterlich.

Sauna 2.0, wenn ihr so wollt, könnt ihr in der Skysauna erleben. Dort mietet ihr euch ab 240 Euro eine ganze Kabine die vier bis zehn Leuten Platz bietet.  Dann habt ihr beim Schwitzen einen wunderabren Ausblick auf das Meer.

6. Zu Heavy Metall

Da wir gerade bei Extremen sind. Was hören Finnen? Keine Musik möchte man meinen, wenn man das Schreddern der E-Gitarren hört. Beim Tuska-Festival tragen alle Menschen – na was wohl – schwarz. Hier fallt ihr mit eurer Lederkluft nicht auf. Auch nicht mit Headbanging, Luftgitarre spielen oder Gröhlen. Wozu also ins Ausland fahren, wenn man sich effeltiv nicht daneben benehmen kann? Helsinki ist praktisch ein großes Hard Rock Café.

7. Zu kinderfreundlich

Die 630.000-Einwohner-Metropole könnte man auch als größten Spielplatz der Welt bezeichnen. Ein Ikea-Bälleparadies im Stadtformat. Wem das ständige Platzwechseln in der Straßenbahn wegen hereinströmender Kinderwagen schon zu viel ist, setzt gar nicht erst den Finger auf die Karte von Helsinki.

Draußen habt ihr all die Parks und Spielplätze. In den Kultureinrichtungen gibt es natürlich Kinderbereiche. Und selbst das kleinste Café muss sich mit Kinderecken rühmen.

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8. Zu viel Kultur

Helsinki_Temppeliaukio
Finnische Baukunst sponsored by nature: Temppeliaukio

Haben wir ja bei Punkt vier schon ein bisschen angeschnitten. Wegen mangelnder Sonne kann es passieren, dass man auf einmal Fan von Juan Gris Kubismus-Werken wird. Findet mal jemanden, der euch nach dem Urlaub danach fragt.

Vom Designmuseum über das Ateneum Art Museum bis hin zu einer Kirche, mitten in den Fels gehauen. Die Temppeliaukio-Kirche im Stadtteil Etu-Töölö (nicht vertippt!) ist ein Meisterexemplar der finnischen Architektur-Historie und fügt sich wunderbar in den späten Expressionismus ein. Solche Sätze lernt man nur, wenn man nicht am Strand brutzeln kann. Wunderbar für das nächste Dinnergespräch mit dem Chef.

9. Zu lustig

"Joulutorttu"
Ein schmackhaftes Weihnachtsgebäck - frisch gebacken mit heißer Marmelade in der Mitte. Das man sich den Gaumen daran verbrennt ist vorprogrammiert. 
"Kalsarikännit"
Sich alleine zu Hause nur in Unterhosen zu betrinken.
"Kokoo"
Koko kokko kokoon! Koko kokkoko? Koko kokko!
Cheers an thisisFINLAND

10. Nur noch zum Messer greifen

Kühlschrankmagneten adé. Nach einem Helsinki-Trip sollte man unbedingt zum Messer greifen. Und zwar zum „pukko“. So heißen die original Finnischen Messer, die man als echter Holzfäller, Outdoor-Abenteurer und Flannel-Träger immer bei sich haben möchte. Martiini Oy ist eine der namenhaftesten Hersteller dieser Messer mit Ahnen aus dem hohen Lappland. Seine Messer sehen aus wie direkt vom Elch an euch übergeben. Da es diese Tiere selten in die Innenstadt Helsinkis verschlägt, schaut beim Senate Square gegenüber der Kathedrale von Helsinki vorbei.

Wenn es euch trotz dieser Punkte in das Finnische Einod Helsinki verschlägt:

Immerhin könnt ihr nun voller Stolz erzählen, wie ihr all diese Widrigkeiten und Erlebnisse gemeistert habt, obwohl der Rest eurer Familie, Freunde und Kollegen gemütlich im Ressort von Hurghada verbracht hat. Verwirrte Blicke bei euren Zuhörern? Legt bitte das Messer aus der Hand…

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  • Beste Reisezeit: Juni - August
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