Fluggastrechte

Rechte für Fluggäste

Im Jahr 1997 wurde der europäische Luftverkehr liberalisiert. Dadurch konnten Fluggäste zum einen von fallenden Preisen profitieren, zum anderen etablierten sich aber auch negative Trends. Um diesen entgegen zu wirken, wurde am 17. Februar 2005 die EU-Verordnung über die Fluggastrechte verabschiedet. Fälle, in denen sie in Kraft tritt, sind:

  • Verspätete Flüge
  • Annullierte Flüge
  • Beschädigtes, verlorenes Gepäck
  • Unterstützung und Hilfeleistungen bei eingeschränkter Mobilität

Generell gelten die Fluggastrechte für alle Flüge aus der EU und in die EU. Bei Flügen in die EU muss die Airline in der Europäischen Union beheimatet sein, wobei das auch für Island, Norwegen und die Schweiz gilt. Des Weiteren wurden durch die Verordnung (EG) Nr. 1008/2008 aus dem Jahr 2008 die Fluggastrechte gestärkt, da hiernach beworbene Flugpreise nur noch inklusive Steuern, Gebühren, Zuschläge und Entgelten angegeben werden dürfen.

Fluggastrechte im Detail

Fälle, in denen Fluggastrechte verletzt wurden, müssen immer gegen das Luftfahrtunternehmen geltend gemacht werden. Ausnahme ist die Pauschalreise. Hier ist es möglich, die Ansprüche auch gegen Reiseveranstalter zu richten. Fluggastrechte bei Flugverspätungen und Annullierungen regeln Ausgleichszahlungen, Übernachtungskosten und Ähnliches, die von der Fluggesellschaft gezahlt werden müssen. Auch kann in einigen Fällen das Ticket erstattet bzw. kostenfrei umgebucht werden. Passagiere, die nicht fristgemäß befördert werden, müssen von ihrer Airline eine schriftliche Information darüber erhalten, welche Leistungen ihnen zustehen. Dank der Fluggastrechte lassen sich Schäden am Gepäck bzw. verlorenes Gepäck ebenfalls geltend machen, wobei hier eine aufwendige Nachweispflicht seitens des Passagiers besteht. Menschen mit eingeschränkter Mobilität dürfen nicht von einer Beförderung, aufgrund ihrer Einschränkung, ausgeschlossen werden. Außerdem dürfen Sie an allen EU-Flughäfen Hilfeleistungen im Flughafen, Flugzeug und am Ankunftsort erwarten.

Abflugverlegung

Erfolgt beim Fliegen eine Abflugverlegung aus bestimmten Gründen, kann der Fluggast mit einem Schadensersatz rechnen. Man muss jedoch erst eine Spanne von mindestens zwei Stunden abwarten, bis der Flug als verspätet gilt. Fliegt man über 3500 Kilometer, sind es sogar vier Stunden, die man auf den Flug warten muss. Die Abflugverlegung nach hinten wird mit bestimmten Leistungen für den Passagier entschädigt. Hat man zwei Stunden gewartet, stellt die Fluggesellschaft etwas zu essen bzw. Getränke. Außerdem darf man unentgeltlich zwei Telefonate führen oder zwei Faxnachrichten bzw. E-Mails versenden, damit Angehörige oder Freunde über die Verspätung informiert sind. Die Höhe der Entschädigung ist bei fünf Stunden Wartezeit höher. Die Ausgleichsansprüche reichen dann so weit, dass man sich den Ticketpreis binnen sieben Tagen erstatten lassen kann. Ist durch die Abflugverlegung die Weiterfahrt an den Zielort hinfällig geworden, muss der Fluggast zu seinem Abflugort geflogen werden. Es wird geraten, dass man sich die Abflugverlegung am Flughafen schriftlich bestätigen lässt, damit man bei einer rechtlichen Auseinandersetzung etwas in der Hand hat.

Abflugverspätung

Kommt es zu einer Abflugverspätung während einer Flugreise, ist das immer ärgerlich für den Fluggast. Er kann in manchen Fällen mit Schadensersatz rechnen, jedoch richtet sich die Höhe der Leistungen auch danach, wie weit das Ziel entfernt ist. Fliegt man unter 1500 Kilometer, so ist eine Wartezeit von zwei Stunden einzuhalten, damit der Flug als verspätet gilt. Fliegt man eine Strecke von 3500 Kilometern, sind es drei Stunden Wartezeit, über 3500 Kilometer vier Stunden. Bei der Abflugverspätung müssen die Fluggesellschaften die Passagiere entschädigen. Wartet der Fluggast zwei Stunden auf den Flug, dann darf er mit einer kostenlosen Mahlzeit und Getränken rechnen. Außerdem kann er zwei Telefonate führen oder zwei Faxe oder E-Mails an die Angehörigen oder Freunde versenden, damit diese über die Verspätung informiert werden. Dauert die Abflugverspätung über fünf Stunden, sind die Ausgleichsansprüche höher. Ab da hat man die Möglichkeit, sich den Preis des Tickets innerhalb von sieben Tagen erstatten zu lassen. Ist ein Abflug erst am nächsten Tag möglich, muss die Fluggesellschaft dem Kunden ein Hotelzimmer zur Verfügung stellen. Tritt eine Abflugverspätung ein, ist es ratsam, sich diese von der Airline bestätigen zu lassen, falls man noch weitere Ansprüche durchsetzen muss.

Geänderter Abflugzeit

Wenn ein Flug aufgrund geänderter Abflugzeit später fliegt, ist das ärgerlich für die Passagiere. Es gelten dabei bestimmte Regeln, an die sich die Fluggäste halten müssen, denn aufgrund geänderter Abflugzeit kann man mit Entschädigungen rechnen. Zunächst gilt es, mindestens zwei Stunden zu warten, sollte sich das Flugzeug verspäten. Ist die Entfernung zum Ziel bis zu 3500 Kilometer oder darüber sind es sogar drei bis vier Stunden. Nach diesen Wartezeiten hat man Anspruch, von der Fluggesellschaft mit einer kostenlosen Mahlzeit und Getränken versorgt zu werden. Muss man länger warten als fünf Stunden, kann man den Ticketpreis zurückfordern. Das gilt auch, wenn aufgrund geänderter Abflugzeit ein Weiterflug nicht mehr sinnvoll ist, wie zum Beispiel bei Geschäftsreisenden, die dann ihren Termin verpassen würden. Es besteht auch ein Ausgleichsanspruch auf eine kostenlose Hotelunterbringung mit Transfer, wenn der Flug erst am nächsten Tag beginnt. Wichtig für den Reisenden ist eine Bescheinigung, die die veränderte Abflugzeit bestätigt, denn falls es zum Rechtskonflikt kommt, hat man einen Nachweis.

Abflugzeitpunkt

Wenn ein Reiseveranstalter den Abflugzeitpunkt eines Fluges einfach ändert, ist das meistens mit ärger für den Fluggast verbunden. Oft ist es so, dass sich der geänderte Abflugzeitpunkt ergibt, weil vor allem Urlaubsflüge gestrichen oder zusammengelegt werden, wenn die Nachfrage nicht der geplanten Kapazität entspricht. So kann es sein, dass man nicht nur später losfliegt, sondern sich auch die Airline oder der Flughafen ändert. Passiert Letzteres, dann muss sich der Tourist das nicht gefallen lassen. Denn fliegt man statt von Leipzig vom Berliner Flughafen ab, dann ist das ein Reisemangel und man kann beim Reiseveranstalter eine Preisminderung anfordern. Gefallen lassen muss man sich auch nicht, wenn einfach die Flugtage verschoben werden, denn dann kann es auch dazu kommen, dass man statt sieben nur noch fünf Tage Urlaub im gebuchten Hotel verbringen kann. Das ist ein eindeutiger Reisemangel, den man beim Veranstalter geltend machen sollte. Verspätet sich der Abflugzeitpunkt aufgrund von Verzögerungen in der Abfertigung, dann muss man mindestens zwei Stunden warten, bis der Flug als verspätet eingestuft wird und sollte sich das auch von der Airline bescheinigen lassen.

Flugzeitänderung

Eine Flugzeitänderung ist für den Fluggast immer ärgerlich. Das betrifft sowohl Flüge, die später starten als auch diejenigen, die früher abfliegen, denn durch die Flugzeitänderung muss man meistens neu planen. Zum Beispiel bei der Zugverbindung zum Flughafen oder bei der Anmeldung zum Parken ist es immer günstig, die Zeit von Start und Landung rechtzeitig anzugeben. Verschiebt sich die Flugzeit, dann muss man als Passagier mindestens zwei Stunden warten, um zum Beispiel mit kostenlosem Essen oder Getränken versorgt zu werden. Abhängig von der Strecke, die man fliegt, muss man bis zu vier Stunden warten. Sind es über fünf Stunden, ist es möglich, das Geld für den Flug zurückzufordern. Dazu sollte man sich von der Airline am Flughafen eine Bescheinigung ausstellen lassen, auf der auch der Grund der Verspätung steht. Ist die Flugzeitänderung vorher angekündigt worden, gibt es auch Entschädigungen, vor allem dann, wenn die Reisezeit dadurch verkürzt wird oder man seine Urlaubstage anders planen muss. Die Höhe der Entschädigung ist immer vom konkreten Fall abhängig und am besten nimmt man sich bei Rechtsstreitigkeiten einen Anwalt.

Flugzeugverspätung

Was eine Flugzeugverspätung bedeutet, ist genau definiert. Es ist nach der zu fliegenden Strecke festgelegt, wie lange der Reisende warten muss. Reist man bis zu 1500 Kilometer, dann ist eine Flugzeugverspätung unter zwei Stunden vom Passagier hinzunehmen. Ab zwei Stunden gibt es von der Airline kostenlose Verpflegung. Fliegt man mehr als 1500 Kilometer, variieren die Ansprüche nach Stunden der Wartezeit: Bis zu 3500 Kilometer sind es drei Stunden, bei weiteren Entfernungen vier Stunden. Erst nach fünf Stunden Flugzeugverspätung kann man von der Airline sein Geld zurückfordern. Verpasst man durch die Verzögerung seinen Anschlussflug oder kann einen wichtigen Termin nicht einhalten, muss man den Flug nicht mehr antreten. Die Fluggesellschaft ist ebenfalls verpflichtet, dem Passagier ein Hotelzimmer anzubieten, wenn er über Nacht nicht weiterkommt. Damit man zu seinem Recht kommt und gegebenenfalls das ausgelegte Geld erstattet wird, ist geraten, sich die Flugzeugverspätung von der Airline bestätigen zu lassen. Bei einer Verspätung innerhalb einer Pauschalreise kann man den Reiseveranstalter für entstandene Misslichkeiten zu Kasse bitten.

Flugüberbuchung

Bei einer Flugüberbuchung kann es passieren, dass der Passagier trotz gültigem Flugschein keinen Platz im Flugzeug erhält. Das ist immer sehr ärgerlich, jedoch kann der Kunde in diesem Fall eine Entschädigung fordern. Diese ist abhängig von der Flugstrecke, die das Ziel entfernt liegt. Bei einer Strecke von 1500 Kilometern beträgt die Entschädigung 250 Euro. Es sind schon 400 Euro bei bis zu 3500 Kilometern und gar 600 Euro bei einer Flugstrecke, die länger als 3500 Kilometer ist. Die Flugüberbuchung begründen die Fluggesellschaften oft mit technischen Pannen. Das ist aber keine ausreichende Begründung dafür, den betroffenen Kunden das Geld nicht zahlen zu müssen. Als Flugüberbuchung zählt nicht, wenn der Passagier bis zu sieben Tage vorher einen anderen Flug vorgeschlagen bekommt und das Angebot akzeptabel ist. Wenn die Flugüberbuchung am Flughafen dem Passagier mitgeteilt wird, ist die Fluggesellschaft verpflichtet, dem Kunden eine andere Beförderung zum Ziel anzubieten. Es gibt für den Fluggast die Möglichkeit, sich für einen anderen Zeitpunkt des Fluges zu entscheiden, vorausgesetzt, es passt in seine persönlichen Pläne.

Gepäckverlust

Gepäckverlust beim Fliegen ist immer unangenehm, egal, ob man in den Urlaub fährt oder eine Dienstreise geplant hat. Im Fall der Fälle regelt das Montrealer übereinkommen alles rund um die Ansprüche, die ein Fluggast geltend machen kann, auch, wenn er in die USA, Japan oder Australien reist. Generell gilt, dass die Airline den Schaden ersetzen muss, wenn Reisende ihr Gepäck später oder gar nicht erhalten. Das Wichtigste für den Fluggast ist es, den Gepäckverlust oder auch die Beschädigung am Lost-Luggage-Schalter des Flughafens zu melden. Wichtig ist, dass man in jedem Fall sofort handelt, denn die Frist, den Gepäckverlust oder -schaden zu melden, beträgt sieben Tage, bei Verspätungen 21 Tage. Ein Passagier kann bis zu 1.200 Euro erhalten, wenn das Gepäckstück verloren gegangen ist, jedoch prüft das Flugunternehmen jeden Einzelfall auf mögliche Ausgleichszahlungen. Manche Luftfahrtunternehmen bieten auch Gutscheine an, falls die Tasche oder der Koffer beschädigt worden ist. Andere sehen es als normal an, dass Gepäckstücke auf Reisen kleinere Schäden aufweisen können. Hat man eine Reisegepäckversicherung abgeschlossen, sollte man unverzüglich den Schaden seiner Versicherung mitteilen.

Flugannulierung

Eine Flugannullierung tritt meistens dann ein, wenn die Flugnummer geändert wurde. Erfährt man auf dem Flughafen, dass der Flug nicht startet, dann können die Fluggäste wählen, ob sie den Ticketpreis zurückerhalten oder mit einer anderen Maschine zum Ziel befördert werden. Neben dem Ticketpreis kann der Passagier auch Ausgleichszahlungen von der Fluggesellschaft fordern. Diese richten sich nach der Strecke, die das Ziel entfernt ist, und können zum Beispiel bei über 3500 Kilometern 300 Euro betragen. Wählt der Fluggast bei der Flugannullierung die andere Variante, dann muss er nicht warten, bis die Airline ihm einen Ersatzflug anbietet, sondern kann auch in Absprache mit dem Flugunternehmen auf eigene Initiative einen neuen Flug buchen. Man sollte jedoch darauf achten, sich das Ticket von der Airline bezahlen zu lassen oder sich schriftlich bestätigen lassen, dass die Gesellschaft mit der Umbuchung einverstanden ist. Bei der Flugannullierung müssen dem Reisenden in jedem Fall eine Mahlzeit und Getränke zur Verfügung gestellt werden oder, wenn er eine Unterkunft benötigt, eine Hotelübernachtung.

Flugstornierung

Bei einer Flugstornierung kann der Fluggast Schadenersatz bei der Fluggesellschaft einfordern. Die Höhe der Ausgleichszahlungen ist dabei abhängig von der Strecke, die das Ziel entfernt ist. Ist es bis zu 1500 Kilometer entfernt, dann kann man bis zu 400 Euro fordern, bei einer Strecke von über 3500 Kilometern sind es bis zu 600 Euro. Die Höhe des Betrages richtet sich ebenfalls danach, ob der Fluggast den Ticketpreis zurückfordert oder sich auf eine Ausgleichsbeförderung einlässt. Bei einer Flugstornierung ist es möglich, sich mit einer anderen Maschine zum Ziel befördern zu lassen. Erfährt man von der Flugstornierung schon vorher und nicht erst auf dem Flughafen, dann entfällt meistens der Anspruch auf Ausgleichszahlungen und man muss veränderte Flugzeiten als Kunde hinnehmen. Bei sieben bis 14 Tagen im Voraus kann man gegen einen früheren Abflug von zwei Stunden und eine frühere Ankunft von vier Stunden keine Beschwerde einlegen. In jedem Fall ist es sinnvoll, sich die Flugstornierung mit der Angabe des Grundes schriftlich bestätigen zu lassen. Nur so kann man mögliche Erstattungen einfordern und sein Recht geltend machen.

verpasstem Anschlusflug

Ein verpasster Anschlussflug ist für den Passagier immer ärgerlich, egal, ob er geschäftlich unterwegs ist oder eine Urlaubsreise geplant hat. Es gibt das sogenannte Montrealer übereinkommen, welches die Ansprüche von Fluggästen regelt, die sich aus einem verpassten Anschlussflug ergeben. Darin ist festgelegt, dass die Fluggesellschaft einen Ersatz zu bezahlen hat für Schäden, denen Flugverspätungen folgen. Ein Passagier kann maximal 4.350 Euro fordern. Ist ein verpasster Anschlussflug Ursache dafür, dass man Urlaubstage verliert oder Arbeitstage, die wiederum einen Lohnverlust nach sich ziehen, kann man Schadensersatz fordern. Das gilt auch, wenn ein verpasster Anschlussflug Reservierungen verfallen lässt, wie für das Hotel, das Mietauto oder Eintrittskarten, die schon vorher bezahlt wurden. Wichtig ist, dass man sich immer alles von der Fluggesellschaft bestätigen lassen sollte. Wie viel Entschädigung der Passagier erhält, hängt immer von seinem speziellen Fall ab. Die Gerichte entscheiden hier von Fall zu Fall unterschiedlich. Meistens versuchen die Airlines Flugverspätungen, die verpasste Anschlussflüge nach sich ziehen, durch höhere Gewalt zu entschuldigen. Dann müssen sie oft die berechtigten Ansprüche ihrer Kunden nicht anerkennen.

Streik der Piloten/ Fluglotsen

Ein Streik der Piloten oder Fluglotsen zieht meistens nach sich, dass Flugzeuge später fliegen oder Flüge ganz ausfallen. In der EU-Verordnung 261/2004 ist genau festgelegt, welchen Ausgleich ein Fluggast erhält, dessen Flug später abfliegt oder gar ganz entfällt. Das betrifft zum Teil auch Ausgleichsansprüche, die durch einen Streik der Piloten/Fluglotsen entstehen. Wenn Piloten oder Flugbegleiter streiken, können Passagiere Schadensersatzansprüche geltend machen. Streiken jedoch die Fluglotsen, dann zählt das als höhere Gewalt, weshalb es oftmals keinen Schadensersatz gibt. Das rührt daher, dass die Fluglotsen nicht bei der Airline oder dem Reiseveranstalter arbeiten. In jedem Fall sollte man sich die Verspätung durch einen Streik der Piloten/Fluglotsen bestätigen lassen. Flugreisende kontaktieren die Fluggesellschaft und Pauschalreisende den entsprechenden Reiseveranstalter. Der Schadensersatz ist danach geregelt, welche Strecke das Flugzeug zurücklegen wird. Ab zwei Stunden Wartezeit bei Flügen bis zu 1500 Kilometern gibt es von der Airline Getränke und eine Mahlzeit sowie kostenlose Telefonate, um Angehörige benachrichtigen zu können. Bei Flügen ab 3500 Kilometern sind es vier Stunden, die man warten muss, bis ein solcher Service angeboten wird.

Nichtbeförderung

Kommt es bei einem gebuchten Flug zu einer Nichtbeförderung des Fluggastes, ist zuerst zu klären, wer daran die Schuld trägt. Liegt diese beim Passagier, kann er keinen Schadensersatz fordern. Trägt die Fluggesellschaft die Schuld, regelt die EU-Verordnung 261/2004 die Rechte der Fluggäste. Hierin ist verankert, welche Ausgleichsleistungen ein Passagier erwarten kann. Bei einer Nichtbeförderung des Fluggastes aufgrund einer Flugannulierung kann der Fluggast entweder seinen Ticketpreis zurückfordern oder mit einem anderen Flugzeug das Ziel ansteuern. Verzichtet er auf den Flug, muss die Fluggesellschaft ihm eine zusätzliche Ausgleichszahlung anbieten. Diese beträgt bis zu 600 Euro bei einer Strecke von über 3500 Kilometern. Entscheidet man sich für einen anderen Flug, ist die Ausgleichszahlung geringer. Der Passagier hat dann das Recht, den Flug auch zu einem späteren Zeitpunkt anzutreten. In jedem Fall sollte man sich den Grund für die Nichtbeförderung bestätigen lassen, um im Falle einer rechtlichen Auseinandersetzung etwas in der Hand zu haben.

Konkurs einer Fluggesellschaft

Für den Fluggast ist es immer mit unangenehmen Folgen verbunden, wenn eine Airline pleite geht oder der Konkurs einer Fluggesellschaft das Fliegen verhindert. Findet der geplante Flug nicht statt, hat man bei den Gründen Airline pleite/Konkurs der Fluggesellschaft oft wenig Chancen, sein Geld für das Ticket zurückzufordern. Deswegen wird geraten, bei einer Buchung eine Reiseversicherung abzuschließen, in der eine Airline-Insolvenz-Versicherung enthalten ist. Bucht man eine Pauschalreise, muss das Reisebüro die Ersatztickets bezahlen. Bucht der Passagier seinen Flug direkt bei der Fluggesellschaft und es tritt der Fall Airline pleite/Konkurs einer Fluggesellschaft ein, gibt es keine geldwerte Entschädigung. Hat man die Tickets mit Kreditkarte bezahlt, ist es vereinzelt möglich, das Geld durch Stornierung zurückzuerhalten. Dazu benötigt man aber die Flugbestätigung und auch die Konkursanzeige aus der Zeitung. Sinnvoll ist, eine Bestätigung der Airline selbst einzureichen, damit man zu seinem Recht kommt. In den andern Fällen kann man nur über den Insolvenzverwalter an sein Geld kommen.

Unwetter und Erdbeben im Zielland

Kommt es aufgrund von Unwetter und Erdbeben im Zielland zu Verspätungen oder gar zum Flugausfall, ist das meistens sehr ärgerlich für den Fluggast. Zunächst gelten die Regelungen, die allgemein bei Verspätungen in der EU-Verordnung 261/2004 festgelegt sind. Je nach Länge der Strecke, die das Ziel entfernt ist, sind Wartezeiten von bis zu vier Stunden hinzunehmen. Nach einer bestimmten Frist ist die Airline verpflichtet, dem Fluggast Mahlzeiten und Getränke bereitzustellen und ihm zu ermöglichen, mit seinen Angehörigen zu telefonieren. Treten außergewöhnliche Umstände ein wie Unwetter und Erdbeben im Zielland, müssen die Fluggesellschaften meistens keine Ausgleichszahlungen vornehmen. Die Airline muss jedoch beweisen, dass es sich um Ereignisse handelt, die man nicht hat verhindern können. Es gibt jedoch keine genaue Definition, was diese Umstände genau beinhalten und deswegen ist es für den Passagier wichtig, sich bei Verspätungen oder Flugannulierung aufgrund von Unwetter und Erdbeben im Zielland alles von der Airline bestätigen zu lassen. In einem Rechtsstreit kann man so besser in manchen Fällen eine Entschädigung fordern.

Reisemängel

Reisemängel verärgern Urlauber immer wieder. Die goldene Regel für Reisemängel ist, dass man diese immer dokumentiert und Beweise sichert. Das sind Nachweise der Fluggesellschaft bei Verspätungen oder Flugannulierung oder am Ziel eine Dokumentation der Mängel, die die Unterkunft betreffen, zum Beispiel mit Fotos. Generell gelten als Reisemängel Leistungen, die vom Veranstalter versprochenen und nicht eingehalten worden sind. So ist es ein Reisemangel, wenn die Unterkunft nicht der Beschreibung im Prospekt entspricht oder wenn es beim Flug zu erheblichen Veränderungen kommt. Meistens ziehen Reisemängel eine Minderung des Reisepreises nach sich. Wie hoch diese ausfällt, ist in gerichtlichen Urteilen zur Reisepreisminderung festgelegt. Wird zum Beispiel der Rückflug um einen Tag vorverlegt, kann man 150 Prozent des Tagesreisepreises mindern. Fallen Urlaubstage durch verspätete Flüge aus, sind es 100 Prozent des Tagesreisepreises pro Urlaubstag. Auch wenn die Abflugzeit deutlich verspätet ist und ein Nachtflug erfolgt, kann man eine Entschädigung fordern.

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